Newsletter 1/2025


Newsletter 1/2025 – Wir überlasten die Erde

 

Mit der wachsenden Erdbevölkerung geht eine globale Überlastung der Ressourcen und den nachwachsenden Rohstoffen einher. Wir verbrauchen im Jahr mehr Rohstoffe als die Natur zur Verfügung stellt. Man spricht vom globalen ökologischen Fussabdruck und vergleicht ihn mit der gesamten Biokapazität der Erde. Und man stellt seit langem fest, dass die Erde überlastet wird.

Die menschliche Nachfrage an erneuerbaren ökologischen Ressourcen und Dienstleistungen entspricht der Kapazität von anderthalb Erden. Für jedes Jahr berechnet man den Zeitpunkt, wo dieses Ungleichgewicht erreicht wird und datiert so einen «Welterschöpfungstag». Dieses Jahr ist er auf den 24. Juli 2025 festgelegt worden. Das Ziel der Kampagne ist es, die Begrenztheit und Endlichkeit der natürlichen Ressourcen und der Erde ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und aufzuzeigen, wie das Datum in die Zukunft geschoben werden kann.

  

Hier die Kampagne der Organisation: Global Footprint Network

Wege aus der Rohstoffkrise

  • In den 90-er Jahren wurde der Bergbau in Europa praktisch aufgegeben, da es nicht mehr rentabel war. Es wären Milliardeninvestitionen nötig, um den Abbau zu intensivieren. Das kostet zu viel und ist nicht ökologisch. Wir müssen stattdessen den Fokus auf das Recycling legen. 2030 sollen 15% der kritischen Rohstoffe in der EU recycelt werden (Critical Raw Materials Act). China hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte im Bereich Recycling gemacht. Das Land hat verschiedene Initiativen und Programme eingeführt, um die Abfallwirtschaft zu verbessern und die Recyclingquote zu erhöhen. Insbesondere in städtischen Gebieten gibt es mittlerweile umfassende Systeme zur Abfallsortierung und -verwertung.Weltweit wird noch nicht genügend gesammelt und vieles wird falsch entsorgt. Viele Stoffe lassen sich nicht so rausholen, dass sie wieder verwendet werden können. Zudem gibt es nicht umsetzbare EU-Vorschriften, welche das Recycling von Elektrokleingeräten behindern und nur bei grossen Produkten möglich sind. Man möchte beim Recycling Vorläufermaterialien für die Batterieproduktion herstellen und nicht zwingend reine Materialien.

  • Wichtig ist eine lange Lebensdauer der Produkte. Recycling ist energieintensiv und hat auch einen ökologischen Fussabdruck. Ob dieser immer von allen genügend eingerechnet wird, ist nicht sicher. Recyclinganlagen und Deponien will niemand in seiner Nähe, aber sie sind nötig. Wir müssen lernen, auf gewisse Dinge zu verzichten, wenn wir das Problem lösen wollen.
  • Windkraftanlagen bestehen zu 90% aus Stahl, Eisen, Kupfer und Beton. 10% besteht aus anderen Stoffen, die Rotorblätter sind aus Glas und Carbonfasern. Es wird auch viel Balsaholz aus Ecuador eingesetzt, welches man nicht wiederverwerten kann und das die Wälder gefährdet. Auch das Recyclen von Glas und Carbonfasern ist noch nicht gelöst. Die Deponierung wurde verboten, aber man fand keine Wiederverwertung und nun darf man es wieder deponieren.
  • In der Müllverbrennungs-Schlacke hat es viele wertvolle Metalle, die man recyclen kann: Aluminium, Kupfer (es hat davon 20 x mehr in der Schlacke als im Minenmaterial).
  • Ein Elektroauto braucht sechsmal mehr mineralische Rohstoffe als ein normaler Verbrenner. Das Elektroauto ist eine «Edelmetall-Lagerstätte». Pro Auto hat es so viel Platinenmetalle wie in einer Tonne Erde in 2 bis 3 km Tiefe in Südafrika lagert. 50% eines Akkus besteht aus Graphit. Immer mehr wird heute in China Graphit synthetisch aus Erdöl hergestellt und benötigt viel Energie. Man arbeitet deshalb auch an Prozessen zum Graphit-Recycling. Die Autobatterien haben sich weiterentwickelt und in der Zusammensetzung laufend geändert, das muss man beim Recycling berücksichtigen.
  • Die heute schon existierenden Solarzellen würden 150-mal die Erde umspannen. Heute wird der Metallrahmen entfernt und der Rest geschreddert und geht als Müll verloren. Diese Prozesse stehen noch nicht oder sind noch nicht kostendeckend. Eine Wiederverwendung ist sinnvoll, wozu man die PV-Module auf Effizienz überprüft, um kleine Anlagen oder Ersatzteile zu gewinnen. Ziel ist es, 70% weiter verwenden zu können.
  • Der Kupferabbau in der EU ist teurer als anderswo, vieles muss importiert werden. Etwa 40% des Kupfers in Europa ist aus Recycling, in Amerika gibt es erst ein einziges Recycling-Werk. Nur Kupfer erfüllt die Forderungen des «Critical Raw Materials Act». Aber der Kupferbedarf wird sich erhöhen, so dass eine noch grössere Primärproduktion nötig sein wird. Aber in Europa wird immer weniger abgebaut.
  • 75% aller Materialien kommen aus Ländern mit Menschenrechts-Problemen, z.B. kommt Silizium v.a. aus dem Kongo.
  • Die Schweiz hat eines der weltweit höchsten Abfallaufkommen der Bevölkerung. Zwischen 1970 und 2013 hat sich die jährliche Produktion von Abfall mehr als verdoppelt, von 309 kg auf 707 kg pro Person. Diese Zunahme ist unter anderem auf unser Wirtschaftswachstum zurückzuführen. Im Laufe der Zeit wurde jedoch nicht nur immer mehr Abfall produziert, sondern die Schweizerinnen und Schweizer haben sich auch zu Weltmeistern des Recyclings entwickelt. In der Schweiz werden gegenwärtig 53% des Siedlungsabfalls.